Lichtzünden

 

Pressearchiv

31
Mär
Erscheinungsdatum: 31.03.17 Autor: Jan Berg Quelle: OZ S.07

22
Mär
Erscheinungsdatum: 22.03.17 Autor: Doris Kesselring Quelle: OZ S.15

12
Mär
Erscheinungsdatum: 11./12.03.17 Autor: Armin Kung Quelle: NNN S.06

Verein

Über den Verein „Arnold Bernhard e.V.“ zur Förderung der Synagoge Rostock

Bereits im 13. Jahrhundert erwähnten Urkunden erstmals eine jüdische Gemeinschaft mit eigenem Begräbnisplatz in Rostock. Jedoch musste die Gemeinde lange Zeit ohne Synagoge auskommen. Erst das großzügige Vermächtnis von Meyer Gimpel, der der Gemeinde im Jahre 1897 80.000 Reichsmark vermachte, ermöglichte den Ankauf eines Grundstückes. Am 14. September 1902 erfolgte mit einem feierlichen Akt die Weihe der mit 350 Plätzen größten Synagoge in Mecklenburg. Hier fanden nicht nur regelmäßig Gottesdienste, sondern auch Gemeindeversammlungen sowie der Religions- und Hebräischunterricht für die Kinder statt.
Insbesondere nach dem Beginn der Judenverfolgung 1933 durch die Nationalsozialisten wurde die Synagoge zunehmend zum Fluchtpunkt für die in der Stadt immer mehr isolierten und gedemütigten Gemeindemitglieder. Wie überall in Deutschland loderten am frühen Morgen des 10. November 1938 auch aus der Rostocker Synagoge Flammen, die SS hatte sie angezündet. In den folgenden Jahren bis 1942 wurden alle jüdischen Mitbürger aus der Stadt vertrieben oder in die faschistischen Vernichtungslager deportiert und ermordet. 1944 wurde die Synagoge durch Bombenangriffe endgültig zerstört. Seit dem 10. November 1988 steht vor dem neu errichteten Wohnhaus in der Augustenstraße 101 eine Gedenkstele für die ehemalige Rostocker Synagoge. Anfang der neunziger Jahre kamen die ersten Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Rostock. Mit mehr als 100 Mitgliedern gründete sich 1994 eine neue jüdische Gemeinde. Zunächst hatte sie ihren Sitz am Wilhelm – Külz – Platz. Heute hat die Gemeinde 619 Mitglieder.
Der Verein Bau der Synagoge Rostock „Arnold Bernhard" e.V. war seit seiner Gründung im Jahr 2000 maßgeblich daran beteiligt, dass die Lösung in einem ehemaligen Schulgebäude in der Augustenstraße 20 ein Gemeindezentrum mit Synagoge zu gestalten, Realität werden konnte. Nach der Fertigstellung 2004, beschloss der Verein eine Satzungsänderung, um nun der Förderung der Synagoge Rostock zu dienen. Besonders die ehemaligen Vorsitzenden Dieter Schörken und Hartmut Gabriel bemühten sich um Spenden von einheimischen Firmen und um die öffentliche Anerkennung des Vereins. Unter der Leitung von Andy Schümann konnte im Rahmen einer Spendenaktion für eine Thorarolle eine Summe von 10.000,00 € gesammelt werden. Diese reichte allerdings nicht wie geplant für eine neue Thorarolle, sodass der Verein die Entscheidung traf, zwei vorhandene historische Thorarollen restaurieren zu lassen. Zudem unterstützte der Verein 2012 die Initiative des ehemaligen Stadtplaners Christoph Weinhold zur Aufwertung des Umfeldes der Gedenkstele für die 1938 zerstörte alte Synagoge in der Augustenstraße 101. Beide Aktionen waren nur dank großzügiger Spenden von Rostocker Unternehmen als auch von Privatpersonen so erfolgreich. Der ehrenamtlich tätige Vorstand unter dem neuen Vorsitzenden Pastor Tilman Jeremias wird die jüdische Gemeinde in Zukunft, neben der Bereitstellung projektbezogener finanzieller Hilfen, auch weiterhin bei der Organisation und Durchführung spezieller Veranstaltungen unterstützen, so bei den traditionellen Gedenkveranstaltungen am 9./ 10.11. für die Opfer der Novemberpogrome von 1938 bzw. dem alljährlichen Tag der offenen Synagoge, aber auch bei kulturellen Angeboten. Die Arbeit des Vereins selbst, aber auch das Leben der Gemeinde sollen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden.

Kontaktaufnahme, Spenden und Aufnahmeanträge bitte unter:

Verein „Arnold Bernhard e.V."
Vorsitzender Tilman Jeremias
D-18055 Rostock, Augustenstraße 20
Telefon: 0381 – 45 90 724
Telefax: 0381 – 49 22 315

Bankverbindung: OstseeSparkasse Rostock IBAN: DE13 1305 0000 0205 0406 59
SWIFT-BIC: NOLADE21ROS

Registereintragung beim Amtsgericht Rostock
VR 1837, Steuernummer 079/141/12693

 

Der Namensgeber des Vereins

Der Namensgeber des Vereins Arnold Bernhard wurde am 20. Oktober 1886 in Dargun geboren. Er entstammte einer seit Generationen in Mecklenburg ansässigen jüdischen Familie. Von 1900 bis 1923 war sein Vater Sigmund Bernhard Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Rostock und wurde 1906 auch in den israelitischen Oberrat von Mecklenburg – Schwerin gewählt. Als Gemeindevorsitzender war es ihm vergönnt, am 14. September 1902 die Weihefeier für die Synagoge in der Augustenstraße 101 zu leiten. Dafür stiftete er einen beeindruckenden Chanukkaleuchter. 1923 wird Arnold Bernhard in den Vorstand der Rostocker Jüdischen Gemeinde gewählt. Außerdem war er aktives Mitglied des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ und der Beerdigungsgesellschaft Chewra Kadischa.


Arnold Bernhard und Familie (Quelle Max-Samuel-Haus)

Im Sommer 1938 übernahm Arnold Bernhard den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde Rostock. Seine Frau und seine Mutter organisierten einen Freitisch für arme Gemeindemitglieder. Arnold Bernhard baute mit dem Rechtsanwalt Ernst Nast eine Beratungsstelle für die Hilfe bei der Emigration aus Nazi – Deutschland auf.

Am 10. November 1938, am Morgen nach der Reichspogromnacht, in der auch die Rostocker Synagoge brannte, wurde Arnold Bernhard verhaftet und in das Landeszuchthaus Alt – Strelitz verschleppt. Nach seiner Haftentlassung bemühte er sich verstärkt um Auswanderungsmöglichkeiten für die Gemeindemitglieder. 1941 erfolgte die Zwangsauflösung der Jüdischen Gemeinde. Im Juni 1943 wurden Arnold und Emma Bernhard in das Konzentrationslager Theresienstadt, im Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht und dort Ende 1944 ermordet.

Der im Jahre 2000 gegründete Verein zum Bau und zur Förderung der Synagoge in Rostock trägt den Namen Arnold Bernhard. Im Januar 2001 benannte die Rostocker Bürgerschaft eine Straße nach Arnold Bernhard.

 

Montag, 24 April 2017

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Anschrift

Jüdische Gemeinde Rostock

Augustenstr. 20
18055 Rostock

Tel.: 0381 459 07 24
Fax: 0381 492 23 15

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